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Analyse vs. Intuition beim Aktieninvestment

Kann sich noch jemand an den Berliner Schauspieler Rolf Zacher erinnern? Er ist mir vor allem durch seine Rollen als schmieriger Ganove im Milieu von Prostitution und Kleinkriminalität im Gedächtnis geblieben. An eine Episode seines Schaffens erinnere ich mich aber ganz besonders.

Ende der 90er Jahre trat Rolf Zacher im ARD-Morgenmagazin gegen einen Banker und einen Börsenexperten an. Die drei Herren hatten die Aufgabe, virtuell mit einem festgelegten Betrag in Aktien zu investieren, zu traden und damit möglichst viel Gewinn zu machen - das lief dann so über einige Zeit. Und es war unglaublich unterhaltsam. Während die Experten sich mit allerlei ernstem Börsengewäsch wichtig machten und für alle Investments und Verkäufe eine wohl überlegte Analyse parat hatten, vertraute Zacher voll auf seine Intuition, denn von Aktien und Analysen hatte er schlichtweg null Peilung. Seine Ausführungen waren im Gegensatz zu denen seiner Kollegen höchst unterhaltsam und unglaublich witzig und oft sogar irgendwie charmant. Nach wenigen Runden liess der bunte Paradiesvogel die Experten hinter sich und hatte sie am Schluss mit grossem Abstand gewinnmässig abgehängt. Die Episode schaffte es sogar in seinen Nachruf, denn Rolf Zacher ist leider Anfang letzten Jahres verstorben.

 

Dieses Börsenspiel habe ich nie vergessen, denn es ruft mir immer in Erinnerung, dass man mit Aktien sich auch wohl fühlen muss. Man sollte nicht nur blind Analysen und Auswertungen folgen. Oder was meint ihr dazu? Wie sollte das Verhältnis Bauchgefühl/Analyse aussehen?

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