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I+I Vontobel Volt - die App für Hoeness-Deals

Uli Hoeness, erfolgreicher Ex-Fussballer und langjähriger Manager respektive Präsident des FC Bayerns ist ja tragischerweise 2013/14 von Teilen der Öffentlichkeit geradezu zerfleddert worden, nachdem seine fast zwanghaften Termingeschäfte bekannt wurden und alles in eine Anklage und Verurteilung wegen Steuerhinterziehung mündete.

 

Die Bank, die ihm dabei die Bühne für seine Transaktionen bot, war eine rührige Schweizer Privatbank in Familienbesitz, die Bank Vontobel.

 

Das war die Zeit, als viele deutsche Prominente und Vermögende (zu spät?) erkannten, dass die Steuerhinterziehung in der Schweiz wohl keine Zukunft mehr hat.

 

Dies zur Einordnung, für wen die Bank zumindest früher Ansprechpartner war: Für sehr vermögende Privatanleger mit dem Bedürfnis nach gutschweizerischer Verschwiegenheit. 

 

Die Brötchen bei Vontobel werden aber derzeit kleiner gebacken. Gerade eben haben Sie eine Roboadvisor-App eingeführt:

 

Vontobel Volt

 

Das besondere an dieser Vermögensverwaltungsapp ist die relativ geringe Einstiegsbarriere von derzeit nur 10000 Franken. Dies ist für eine Privatbank eine sehr tiefe Barriere. Die Gebühren dagegen sind leider nicht so gering.

 

Ein Test ist mir mangels Masse und der Anmeldehürden leider nicht möglich, aber Prof. Andreas Dietrich von der Hochschule Luzern hatte die Gelegenheit für eine ausführliche Betrachtung und fasste alles zu Volt in einem erhellenden Blogbeitrag zusammen.

 

Das Ergebnis ist ernüchternd. Ausser dass damit der Eintritt zu einer Privatbank mit relativ geringen Mitteln möglich ist, erscheint mir der Rest noch eher unausgegoren. Auf der Negativseite erscheinen die hohen Gebühren, die geringe Bekanntheit bei der Masse der Anleger und die doch etwas anonyme Ansprache der Kunden über die App. Auch eine erwartete Zielgruppe lässt sich nicht so leicht festmachen.

 

Was bleibt übrig: Ein App-Projekt lässt sich bankintern in Meetings wunderbar mit hübschen bunten Bildern und einer Menge neumodischer Fachbegriffe verkaufen. Dutzende von Zusammenkünften sind für jeden kleinen Fortschritt der App nötig. Fehlt dann nachher die erwartete Kundenakzeptanz, so lässt sich mit einem hübschen Rebrandingkonzept, mehr Marketingmitteln und einem grandiosen Kick-Off beim Relaunch der App noch etwas Zeit gewinnen, bevor dann das ganze Projekt sang- und klanglos in die Tonne getreten wird, um sich "wieder auf den Kern des Geschäfts zu konzentrieren". Allerlei Bankmitarbeiter sichern somit immerhin ihre gut bezahlten Jobs bis zum nächsten Projekt.

 

Mal sehen, ob ich recht behalte...

 

Übrigens: Uli Hoeness spielt ja jetzt auch wieder mit!

 

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