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Rettet J&J die Welt? - die Mondlandung der Impfstoffentwicklung

Allerorten liest man in den Medien von Durchbrüchen bei der Impfstoffforschung gegen den Coronavirus. Kleine und grössere Klitschen geraten dann kurz in den Fokus der medialen Aufmerksamkeit oder bislang blasse Forscher in universitären Einrichtungen geniessen ihre wohlverdienten 15 Minuten Aufmerksamkeit. Länder wie Deutschland und USA geraten dabei sogar in einen unnötigen Streit um eine kleine Impfstofffirma namens CureVac in Tübingen. Den meisten dieser Berichte ist gemeinsam, dass die Entwicklung in absurd frühen Phasen steckt und die meisten dieser Firmen und Forscher keine Ahnung haben, welche Strecke noch vor ihnen liegt bis zur globalen Anwendung.

 

Auch der global agierende amerikanischer Pharmazie- und Konsumgüterhersteller Johnson & Johnson titelt auf seiner Webseite die entsprechende Nachricht:

 

Was steckt hinter dieser Ankündigung? Folgende wichtige Punkte werden von J&J berichtet:

  • Ein ernsthafter Impfstoffkandidat wurde bereits entwickelt.
  • Die Studien am Menschen können bis spätestens September beginnen.
  • Praktisch zeitgleich baut J&J eine globale Produktionskapazität auf und beginnt noch vor Abschluss der Studien mit der Produktion.
  • Anfang 2021 sollen die ersten Impfstoffdosen bereit stehen. Wenig später soll mehr als eine Milliarde Dosen zur Verfügung stehen.

Gegenüber herkömmlichen Impfstoffentwicklungen ist dieser genannte Zeitrahmen eine unglaubliche, nie dagewesene Beschleunigung. Es ist quasi die Mondlandung der Impfstoffentwicklung. Wenn das alles klappt wie vorgesehen, wird J&J buchstäblich die Welt retten, nämlich sowohl Menschenleben als auch die globale Wirtschaft, die jetzt darniederliegt. Und uns vom Joch der Einschränkungen befreien, die zur Eindämmung der Pandemie auferlegt wurden. J&J wird dabei keinen Profit machen, kann damit aber gewiss einen unglaublichen Reputationsgewinn erzielen und wird als Unternehmen in die Pandemie-Geschichte eingehen.

 

Warum kann J&J das eigentlich schaffen, was ich anderen nicht zutraue?

  • J&J greift auf eine Vielzahl von Forschungsresourcen zu, sowohl personeller Natur als auch in Form von Forschungseinrichtungen und Laboren.
  • J&J hat mit Janssen eine forschende Pharmafirma, die das Know How besitzt und die bestens vernetzt ist um kurzfristig Studien durchzuführen und auszuwerten.
  • J&J hat überall in der Welt (z.B. in Schaffhausen) Produktionsstandorte und ist logistisch bestens mit allerlei Zulieferern verknüpft und dabei ein Kunde, der bevorzugt beliefert werden wird.
  • J&J hat ein globales Distributionsnetz, das dafür sorgen kann, die Impfstoffe zu den Leuten zu bringen.
  • Und nicht zuletzt hat J&J die finanziellen Mittel, dies alles zu stemmen!

Treibende Kraft hinter all diesen Anstrengungen ist Paul Stoffels, Vice Chairman of the Executive Committee and Chief Scientific Officer. Er ist meiner Meinung nach eine Art von "Steve Jobs" von J&J und mit seinem Team verantwortlich für die äusserst erfolgreiche Identifizierung und Entwicklung vieler aktueller und zukünftiger Wirkstoffe der Pharmasparte von J&J. Mit der rapiden Entwicklung eines Impfstoffes gegen das Coronavirus würde er sich buchstäblich die Krone (Corona) aufs Haupt setzen.

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