· 

Altersvorsorge - Die Säule 3a

Eine Übersicht zum Schweizer Pensionsvorsorgesystem findet sich hier.

 

Das als Säule 3a bezeichnete Anlageinstrument ist freiwillig. Man kann (muss aber nicht) jährlich bis zu derzeit 6768 Franken anlegen. Dieses Geld ist gebunden (blockiert) bis fünf Jahre vor der regulären Pensionierung. Ausnahmen für früheren Bezug sind streng geregelt und hier nur grob zusammengefasst:

  • Einkauf in 2. Säule
  • ggf. bei Invalidität
  • Aufnahme einer selbständigen Beschäftigung
  • Erwerb Wohneigentum
  • endgültiges Verlassen der Schweiz

Das Interessante dabei ist, das die Einzahlung steuerlich privilegiert behandelt wird. Man zahlt für diesen Betrag im Jahr der Einzahlung keine Steuern und auch nicht für die Erträge in den Folgejahren. Erst bei Auszahlung wird eine Steuer fällig. Da diese auch von der Höhe der Auszahlung abhängig ist, wird von vielen Anbietern empfohlen, im Laufe der Jahre mehrere Säule-3a-Konten zu halten und diese dann gestaffelt über mehrere Jahre auszahlen zu lassen. Im Todesfall geht das angesparte Vermögen an Partner respektive Hinterbliebene, es ist somit nicht verloren.

 

Dies wären die elementarsten Grundlagen für einen durchschnittlichen Angestellten oder Arbeiter - Spezialfälle werden hier nicht erläutert. Dafür kommen wir jetzt zum spannenderen Feld der Diskussion und Würdigung.

 

Diskussion und Fazit

Die Säule 3a-Anlagen sind für Banken und Versicherungen eines ihrer wichtigeren Betätigungsfelder. Mannigfaltige Marketingaktivitäten werden dazu aufgespannt und kaum jemand in der Schweiz kommt dem aus. Ich empfehle durchaus, dass sich Personen, die in die Schweiz kommen damit noch im Jahr ihrer Ankunft kritisch beschäftigen und das Instrument prüfen. Ende Dezember hat man immer die letzte Gelegenheit um Gelder steuerschonend anzulegen.

Man kann aber nicht sagen, dass das Säule-3a-Modell wirklich für jeden passt. Hier ein paar Argumente dagegen, denn die Pro-Argumente wird einem jeder Anbieter von Produkten um die Ohren schlagen, vor allem die hochgelobte, sensationelle, unglaubliche Steuerersparnis. ;-)

  • Wer mit Einsteigergehalt, möglicherweise noch Familie und unbeschäftigtem(r) Partner(in) sowieso einen geringen Steuersatz vorweist, wird leider nur wenig sparen.
    Fazit: Lieber später wieder prüfen!
  • Aufgrund der derzeitigen Negativzinspolitik der Schweizer Nationalbank SNB sind die erzielten Zinsen auf Säule 3a-Konten geradezu mickriges Kleingeld. Anbieter reagieren darauf und bieten z.B. Fondsprodukte mit mehr oder weniger Aktienanteil an (Säule-3a-Wertschriftensparen). Damit steigt das Renditepotenzial, aber auch das Risiko der Anlage bei Kursrückschlägen. 
    Fazit: Zinsen/Renditen daher gut vergleichen und ggf. eigene Risikofähigkeit prüfen!
  • Dummerweise sind die Kosten der Anlage beim eben erwähnten Wertschriftensparen oft wenig transparent und - wie von manchen kritisiert - nicht selten recht hoch. Auch da gibt es aber Bestrebungen zu mehr Offenheit und Sparsamkeit.
    Fazit: Auf wahre Kosten achten! ETFs mögen preiswertere Alternativen darstellen.
  • Die Blockade der Gelder kann man als Vorteil sehen, eine Art Selbstdiziplinierung. Für manchen kann sich dies aber auch nachteilig auswirken. Macht sich der Freund/die Freundin selbständig und man will ihm/ihr unter die Arme greifen, so sind in Säule 3a gebundene Gelder dafür definitiv nicht verfügbar.
    Frage: Will man sich so lange binden?
  • Auch Versicherungen bieten Säule-3a-Produkte an. Versicherungspolicen mit Sparzwang bieten nicht mehr die ursprünglich gedachte Ungezwungenheit und Freiwilligkeit bei der persönlichen Vorsorge.
    Beispiel: Ein abschreckendes Beispiel dafür bei der Erfolgsmaschine.

Daher bitte gut überlegen, ob sich die einmalige Steuerersparnis lohnt und noch andere Informationsquellen zu Rate ziehen. Wie z.B. diese in der NZZ. Aber es bewegt sich was unter den Anbietern auf dem Feld der 3a-Vorsorge. Dazu später sicherlich mehr!

Kommentar schreiben

Kommentare: 0