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Die Schweizer Post - Wer A sagt muss auch auch B sagen

Briefpost

Die Schweizer Post hat bei Briefen immer noch ein Monopol. Dennoch gibt es zwei "konkurrierende" Systeme, volkstümlich A- und B-Post genannt:

  • A-Post Briefe werden am Folgetag (rechtzeitige Aufgabe beachten) dem Empfänger zugestellt, auch samstags. Ein Zusatz "A" muss neben der Briefmarke vermerkt sein oder spezielle Aufkleber angebracht werden.
  • B-Post Briefe werden innerhalb von maximal 3 Tagen zugestellt und benötigen keine spezielle Kennzeichnung neben der Frankatur. Samstags werden sie zurückgehalten. Sie sind einige Rappen günstiger.

Im Marketingjargon nennt man die beiden Versandarten modern auch "Priority" und "Economy".

 

Ich habe mal in einer Poststelle gefragt, was sie mit der B-Post eigentlich machen. "Die wird aussortiert" wurde mir beschieden "und später abgeholt". Ob dann für die günstigere B-Post nicht mehr Aufwand betrieben werde, wollte ich noch wissen. Die Pöstlerin sah mich nur böse an und antwortete nicht.

 

Paketpost

Auch bei der Paketpost kennt die Schweizer Post die beiden Versandarten A und B mit namhaften Preisunterschieden. A-Pakete oder in neusprech "PostPac Priority" sollten wiederum am Folgetag beim Empfänger ankommen, vorausgesetzt sie werden bis 16:00 Uhr aufgegeben. B-Pakete kommen - hoffentlich - innerhalb von zwei Tagen an. Am Samstag werden leider keine Pakete mehr zugestellt, schon gar keine "PostPac Economy". Und am Samstag aufgegeben kommen diese frühestens erst am Mittwoch beim Empfänger an.

Paketpost kann auch - leicht günstiger - vorab mit Versandetiketten frankiert werden.

 

Die Konkurrenz der Post

Als Konkurrenz werte ich hier Lösungen, die Paketversand für Privatpersonen mit einigermassen naher Aufgabemöglichkeit anbieten. Bisher gibt es hier wenig, respektive stille Konkurrenz für die Schweizer Post. Private Paketdienste für Firmen gibt es natürlich viele, da muss man aber zur Abholung den ganzen Tag zu Hause warten. In einem Artikel von k-Tipp aus 2013 werden die Alternativen DHL und DPD untersucht, mit ernüchternden Ergebnissen vor allem bei Auslandspaketen. Mangels Erfahrung kann ich nicht mehr zum derzeitigen Stand dieser Dienste beitragen.

Demnächst will aber der deutsche Logistikriese DHL ab Mitte September 2018 eine neue Offensive starten und in der Schweiz an vorerst 400 Stellen Päckchen und Pakete annehmen und - man höre und staune - nächstentags zustellen. Selbst Samstagszustellung trauen sich die Deutschen zu. Die Kosten beginnen angeblich bei günstigen Fr. 6.90, die Tarife sind grössen-, nicht gewichtsabhängig. Mal sehen, was da kommt.

 

Fazit, Bewertung & Tipp

  • Die Schweizer Post ist sehr zuverlässig und freundlich. Die Pöstler höflich, noch relativ wenig gestresst und gerne werden auch Abgabelösungen bei Nachbarn wahrgenommen. Bei uns auf dem Land ist das zumindest so. Ich empfehle die Post für alle, die zuverlässige und einfache Lösungen suchen ohne gross auf den Preis zu achten.
  • Die A- und B-Post ist - so sehe ich das - ein Anachronismus aus vergangenen Zeiten und sollte bitte stante pede abgeschafft werden, was wohl alle Abläufe vereinfachen würde. Nur traut sich das niemand zu sagen, zu etabliert ist diese nationale Einrichtung. Massensendungen sind davon natürlich ausgenommen, diese können gerne weiterbestehen.
  • Die private Konkurrenz steht in den Startlöchern, verspricht schon mal mehr Service und geringere Preise. Für alle, die viel Paketpost versenden, lohnt sich in den nächsten Monaten eine intensivere und kritische Beobachtung und Beschäftigung mit diesem Thema.
  • Allgemein gilt für sparsame Zeitgenossen: B-Post verwenden, wenn die Post nicht zeitkritisch ist. Versandetiketten sparen ein paar wenige Rappen bei Paketen. Und beim Versand ins EU-Ausland wenn möglich schnell mal über die Grenze fahren, das spart neben Versandkosten auch Zeit und Nerven bei den Angaben zur Verzollung.

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