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Mit Momox und Konsorten das Bücherregal räumen und noch Geld bekommen...

"Wer will denn noch alte Bücher kaufen?" titelt die NZZ und beschwört das Ende der Antiquariate. Während früher das gut gefüllte Bücherregal zum Bildungsbürgertum gehörte, reicht heutzutage ein schneller Internetanschluss und eventuell ein Kindle zum Erlangen des Wissens der Welt. In der Tat, bei Wohnungsaufgaben und Erbschaften wecken alte Schinken im Regal meist genauso wenig Begehrlichkeiten wie der alte Schinken im Kühlschrank. Wirkliche Trouvaillen mal ausgenommen.

 

Auch ich habe mein Bücherregal mal wieder unter die Lupe genommen. Stark übergewichtig ist es sowieso nicht mehr, aber etliche Bücher-Kilo kann man noch abspecken. Ein paar Bildbände, verschiedene Sachbücher und einige wenige Romane stehen an zur Entsorgung. Ausserdem habe ich noch einen kleinen Karton mit meinen alten Lieblings-CDs entdeckt, habe aber gar keinen CD-Player mehr - doch, einen noch im Auto. Was kann man damit noch anstellen?

  1. Antiquariate - Fehlanzeige. Mit viel Glück nimmt eine Brocki die Bücher ab. Wahrscheinlich eher nicht.
  2. Romane kann man an öffentlichen Bücherschränke weitergeben, in vielen Gemeinden gibts die an gemeinschaftlichen Orten.
  3. Die Coop-Zeitung hat einen netten Artikel mit allerlei anderen Verwendungsmöglichkeiten für Bücher bis hin zum Umbau als Blumentopf zusammen gestellt.
  4. Verkauf auf Ricardo wäre in einzelnen Fällen wohl möglich, aber sehr zeitaufwändig.
  5. Ich bin ja trotzdem noch geizig und suche Möglichkeiten die Bücher zu verwerten, da hat doch Coop was von byboox.ch geschrieben.

Ankauf durch Byboox in der Schweiz

Byboox ist ein weitgehend automatisierter und standardisierter Schweizer Online-Ankauf von Büchern. Es erfordert eigentlich nur die Eingabe der ISBN-Nummer, die auf jedem moderneren Buch vermerkt ist, schon erhält man eine Offerte für das Buch. Allerdings gibt es eine ganze Latte von Richtlinien zum Zustand, Alter, Sprache, zur Ankaufsmenge, etc. etc. Und meine CDs müssten leider zu Hause bleiben.

 

Ankauf durch Momox in Deutschland

Mit Momox gibt es einen grossen deutschen Bruder im Ankaufsmarkt, der mehr verspricht. Eine schickere Webseite, eine App mit Barcodescanner, kostenloser Versand (ab Deutschland) und Annahme auch von CDs, DVDs, Spielen und anderem. Bis 6.1.2019 gibt es sogar noch 5 Euro Bonus.

 

Ankauf durch weitere Anbieter

Auch Tests zu weiteren Anbietern finden sich im Internet. Viele der getesteten Ankäufer existieren leider schon gar nicht mehr. Momox scheint der dominierende Platzhirsch zu sein. Auch Metaseiten zum Vergleich der Ankaufspreise  verschiedener Anbieter finden sich. Ob es sich aber lohnt, die Bücher auf verschiedene Anbieter aufzuteilen, erscheint mir fraglich. Und zu oft gewinnt einfach Momox beim Preis.

 

Eigene Erfahrung

Um den Anbieter auszuwählen, habe ich zwei Bücher und eine CD bei verschiedenen Anbietern versuchsweise eingegeben. Es ist anzumerken, dass dies schon meine eher guten Stücke waren. Vor allem bei den CDs war das Meiste Gift für die Ankäufer und Momox bot standardmässig fast immer nur 15 Cent. Ausnahmen gab es bei Klassik-CDs.

Die Eingabe war bei Momox mit einer Scannerapp auch am komfortabelsten. Und sogar bei den Preisen stimmte es bei Momox wie folgende Tabelle zeigt:

 

Anbieter

Die unendliche Liste
Umberto Eco

Chemische Kabinettsstücke

CD Kraftwerk

Expo 2000

momox.de (€)

10.27

13.02

0.89

byboox.ch (CHF)

2.60

5.80

kein Ankauf

reBuy.de (€)

1.19

2.69

kein Ankauf

regalfrei.de (€)

kein Ankauf

kein Ankauf

kein Ankauf

sellorado.de (€)

kein Ankauf

kein Ankauf

kein Ankauf

 

Die Entscheidung für Momox war klar, die weitere Abwicklung problemlos. Ich entschied mich für kostenlosen Versand durch Hermes, wählte aus Gewichtsgründen drei Pakete und druckte die Begleitschreiben und die Paketaufkleber aus. Mühsamer war das sorgsame Verpacken der teilweise schweren Bücher. Insgesamt will mir Momox knapp 120 Euro vergüten. Mal sehen, wann die ankommen.

 

Fazit und Bewertung

Wer nur in der Schweiz verkaufen kann, muss wohl mit Byboox vorlieb nehmen oder die Bücher am Flohmarkt verkaufen. Wer die Bücher auch nach Deutschland bringen kann und dort ein Konto vorweisen kann, sollte unbedingt Momox in Augenschein nehmen. Die Preise und die ganze Abwicklung bis hin zum kostenlosen Versand erscheint mir vorbildlich.

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Kommentare: 3
  • #1

    KM Finanzen (Donnerstag, 03 Januar 2019 15:17)

    Hallo Dreigroschenblogger

    Vielen Dank für den Tipp. Werde ich heute Abend ausprobieren. Ich bin auch mit der Zeit gegangen und habe seit einem Jahr ein iPad und lese nur noch ebooks. Die alten Bücher nehmen mir nur den Platz, deshalb ist es vielleicht cleverer sie zu verkaufen. Momox scheint da faire Angebote anzubieten. Etikette ausdrucken und gratis Versand, so stelle ich mir Dienstleistung im 21. Jahrhundert vor.

    Viele Grüsse

  • #2

    Olivia (Mittwoch, 22 Mai 2019 03:42)

    Hi Dreigroschenblogger

    Danke für den Bericht, Momox scheint mir auch am besten zu sein. Hab einfach viele Games, Bücher und CDs rumliegen, die ich einfach loswerden möchte. Das dauert einfach zu lange auf den ganzen Verkaufsplattformen.

    Wie hast du das denn genau mit dem Versand gemacht, da der nur kostenlos innerhalb Deutschland ist oder hab ich da was missverstanden? :) Liebe Grüsse

  • #3

    Dreigroschenblogger (Mittwoch, 22 Mai 2019 07:28)

    Ich fahre über die Grenze und geb es dann an irgendeiner Abgabestelle ab. Natürlich nicht extra deswegen, sondern wenn ich sowieso mal nach Deutschland komme. Momox kann ja auch einige Zeit warten auf die Bücher.