· 

Was eine mickrige Gehaltserhöhung doch ausmacht...

Der Jahresanfang gilt gemeinhin als beste Zeit für Gehaltsverhandlungen. Es sei dahingestellt, ob dies stimmt, oder ob andere Faktoren ebenso eine wichtige Rolle spielen. Wenn des Chefs Scheidung gerade eben finanziell toxisch über die Bühne läuft, würde ich mir Gehaltsverhandlungen erst mal verkneifen und es im Sommer bei guter Stimmung des Chefs (seiner neuen Freundin sei Dank) erneut versuchen. Aber versuchen sollte man es, dies beweist folgende Rechnung zu einer Gehaltserhöhung von sagen wir mal 300 Franken ausser der Reihe bei einem Arbeitnehmer, der noch gut 20 Jahre vor sich hat. Die jetzige schmale Erhöhung wirkt sich über die Zeit beachtlich aus.

 

Das Fundament

300 Franken x 20 Jahre x 13 Monate macht schon mal einen Batzen von 78 000 Franken und beruhigt ungemein. Das ist ein recht gut ausgestatteter Tesla Model 3!

 

Der Aufbau

Das ist aber noch nicht alles, denn die zukünftigen regulären Gehaltserhöhungen von z.B. angenommenen 1.5 % pro Jahr erhöhen die Erhöhung weiter. 

Für 3900 Franken der Jahreserhöhung und den 1.5 % regulären jährlichen Gehaltserhöhungen erhält man über die nächsten 19 Jahre immerhin noch 1275 Franken "Gehaltserhöhungszins". (In der Rechnung für den Zinseszins unten einfach noch das Anfangskapital von 3900 wieder abziehen...)

 

 

Die zusätzlichen Effekte

Dazu kommt nicht selten, dass man mit dem höheren Gehalt auch mental anders in folgende Gehaltsverhandlungen z.B. bei Arbeitgeberwechsel einsteigt oder gar auch bei Boni etc. etwas mehr abbekommt. Ausserdem zahlt der Arbeitgeber mit dem höheren Lohn auch mehr in die Pensionskasse beim Arbeitgeberanteil ein. 

 

Es lohnt sich also, über das Gehalt zu sprechen. Die Einnahmen daraus sprudeln über Jahre hinweg. Je früher man anfängt, desto besser!

Kommentar schreiben

Kommentare: 3
  • #1

    Leserin (Donnerstag, 07 Februar 2019 22:03)

    Ich arbeite nicht in der Schweiz, aber um eine Netto-Erhöhung von 300 Euro zu bekommen, müsste ich brutto knapp 600 Euro mehr verdienen. Grob die Hälfte geht für Steuern und Sozialabgaben weg. Im Jahr würde ich also über 7000 Euro brutto mehr verdienen, vielleicht sogar eher 8000 mit 13. Monatsgehalt. Von "mickriger" Gehaltserhöhung kann da keine Rede mehr sein. Das wären bei mir schon deutlich über 10% mehr und selbst für Schweizer Verhältnisse sicher nicht wenig. Gewerkschaften setzen oft um die 3 % per anno durch.

  • #2

    Meine Finanzielle Freiheit (Donnerstag, 07 Februar 2019 22:08)

    Herzlichen Glückwunsch zur Gehaltserhöhung - natürlich wirkt auch ein vermeintlich kleiner Betrag über die Zeit gewaltig! Und nächstes Jahr folgt dann die nächste Gehaltserhöhung, oder?

  • #3

    Dreigroschenblogger (Freitag, 08 Februar 2019 08:17)

    Danke für die Kommentare

    In der Tat ist die Differenz Brutto-Netto in der Schweiz wesentlich geringer als in Deutschland, man bekommt also einen grossen Anteil des Bruttolohns auch wirklich ausbezahlt. Hinterher muss man aber dann z.B. die Steuern und Krankenkassenbeiträge selber zahlen. Die Steuern sind natürlich abhängig vom Einkommen. Die KK-Beiträge dagegen nicht, die bleiben unverändert, auch wenn man mehr verdient.