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I+I Mein Einkommen als Mikrojobber

Schon als Schüler und Student machte ich kleine Ferienjobs nicht nur wegen des Geldes gerne, sondern auch, weil man damit immer wieder Neues erleben konnte. Z.B. als Assistent für Fotografen, die Firmenprospekte mit Bildern bestückten. Bei der Firma Bergader bedankte man sich bei uns mit einem riesigen Laib Käse für jeden. Neben dem Lohn natürlich. Dabei war die Produktion schon sehr interessant mitzuerleben.

 

Vor einigen Monaten habe ich begonnen, die App Streetspotr zu testen - natürlich wie immer mit Schweizer Bezug. Streetspotr ist ein Angebot für sogenannte Mikrojobs, die mit wenigen Franken vergütet werden. Gottseidank ist in der Schweiz auch die Anmeldung schnell gemacht, anders als in Deutschland, wo jeder gleich des Steuerbetruges verdächtigt wird.

 

Tief einsteigen kann ich in Mikrojobs natürlich nicht, es bleibt bei ein paar Versuchen in der Freizeit. Die haben aber gut geklappt.

 

In der App werden die Jobs übersichtlich in einer Karte dargestellt und können dort aufgerufen werden. Hat man an den beschriebenen Aufgaben Interesse, kann man den Job annehmen und innert 12 Stunden erledigen.

 

Mikrojobs sind meist wenig komplexe Aufgaben, die nur etwas Sorgfalt erfordern. Ich kann mir vorstellen, dass im Hintergrund komplexe Algorithmen und Kontrollen ablaufen, die prüfen, wie gut jemand einen Job erledigt. Dementsprechend werden dann wahrscheinlich auch Jobs den Streetspottern zugeordnet. Wer schon früher zuverlässig war, kriegt auch bessere Angebote.

 

Ein vor einiger Zeit erschienener Artikel in der Zeit, der übrigens auch eine gute Übersicht bietet, beschreibt das Dilemma eines Streetspotters: Der Autor fragt sich nämlich, ob man den Job nicht einfach zu Hause am Schreibtisch erledigen kann und dazu Bilder vom Netz herunterlädt. Ein solches Verhalten würde garantiert schnell auffallen.

 

Nachdem ich anfangs ein paar Regale-Such-und-Fotografier-Aufgaben in Supermärkten und Drogerien für wenige Franken durchgeführt hatte, bekam ich dann zwei einträglichere und interessantere Aufgaben:

 

Mystery Shopping bei Burger King - 15 Franken plus Auslagen für Käufe

Bei Burger King musste ich ein Plakat für ein Menü-Angebot suchen, fotografieren und das abgebildete Angebot wahrnehmen. Ein weiteres Angebot sollte ich mit der Burger-King-App kaufen. Das klappte tadellos, ich fotografierte alles und beantwortete noch ein paar Zusatzfragen. Die Menüs und den Süsskram brachte ich meinen Kindern mit, es war ja alles bezahlt.

 

Mystery Shopping im Musikalienhandel - 24 Franken

Diese Aufgabe war schon komplexer. Man musste sich zu E-Pianos ernsthaft beraten lassen, Fragen stellen,  alles merken und danach entsprechende Angaben zu Qualität der Beratung und den getätigten Aussagen des Verkäufers machen. Mir kam entgegen, dass ich zumindest theoretisch auch ein E-Piano für meinen Sohn brauchen könnte.

 

Die Auszahlung für die Jobs dauerte etwas, kam letztendlich dann aber auch zuverlässig an.

 

Natürlich werde ich zukünftig neben einem 100%-Job nicht auch noch in Mikrojobs einsteigen. Aber Spass gemacht hat es. Ich kann mir vorstellen, gelegentlich an einem Samstag in der Stadt wieder mal einen Job zu erledigen.

 

Wenn er denn kommt, denn die Jobdichte in der Schweiz ist zugegebenermassen leider noch recht gering.

 

Übrigens frage ich mich, wieso nicht Jugendliche solche Aufgaben erledigen und sich ein Taschengeld schaffen. Vielleicht machen es manche, aber ich denke, dass sich viele junge Leute schämen, sich derart zu exponieren. Schade eigentlich.

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