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REKA-Geld ist fast wie Franken, nur billiger...

Sie sind eine typisch schweizerische Angelegenheit - Rekachecks!

 

Reka oder auch Schweizer Reisekasse ist eine genossenschaftlich organisierte Einrichtung, die sozialen Tourismus für Schweizer Bürger unterstützt.

 

Begonnen hat alles mit dem in den 1930er Jahren aufkeimenden Tourismus, der für die breite Bevölkerung aber noch kaum bezahlbar war. Die 1939 gegründete Schweizer Reisekasse unterstützte damals und heute weniger begüterte Familien bei Erholungsreisen und baute im Laufe der Zeit eine Vielzahl von familiengerechten touristischen Angeboten im In- und Ausland auf. Dazu zählen vor allem Ferienwohnungen, aber auch Campingplätze und Hotels.

 

Soweit die Organisation von Reka. Das besondere an Reka ist meiner Meinung nach die Ausgabe einer zum Franken quasi parallelen "Währung", mit der man an verblüffend vielen Akzeptanzstellen wunderbar bezahlen kann. Die Umrechnung des Rekageldes zum Franken ist ganz einfach 1:1. Für die sogenannten Rekachecks gibt es Benzin, Autovermietung, Restaurantkonsumation, Transportleistungen bei Bahn, Schiff und Bergbahnen, Reisebüroleistungen, Museumseintritte, Eintritte in Bäder und Parks, Kinos & Theater und weiss Gott was noch alles. 

 

Das Rekageld kann man u.a. bei Coop mit 3% Rabatt einkaufen, sofern man die kostenlose Supercard hat. Und die hat in der Schweiz so gut wie jeder. Nur ausländische Touristen werden vom Rekageld damit praktischerweise fern gehalten, denn diese würden sonst den ganzen Ferienaufenthalt (Hotel, Restaurant, Skileihe, Tageskarte, Bahnfahrt etc.) damit rabattiert bezahlen können. Ausprobieren könnte man es als Tourist aber mal und einfach eine Supercard beantragen!

 

Wesentlich interessanter wird es aber für Mitarbeiter vieler Schweizer Firmen. Diese bieten gar nicht mal so selten Rekageld bis zu einer bestimmten Höhe mit 20% Zugabe an. Man zahlt also selbst beispielsweise 800 Franken und bekommt Rekageld für 1000.

 

Es wird noch besser - diese Lohnnebenleistung ist bis zu einem bestimmten Betrag sogar steuerfrei, 600 Franken müssen nicht deklariert werden. Wenn der Arbeitgeber mitspielt, kann man somit für gezahlte 2400 Franken das beliebte Rekageld im Wert von 3000 Franken erhalten - steuerfrei.

 

Das Geld geht bei uns vorwiegend für die Kinder weg, die damit Bus- & Bahnabos kaufen. Der Rest geht dann bei Ausflügen drauf oder wird in Benzin investiert. Allemal eine gute Sache. 

 

Es lohnt sich also, in den Benefits-Unterlagen zu schauen, ob die eigene Firma Rekageldzulagen gewährt.

Rekachecks und Rekakarte
Rekachecks und Rekakarte

 

Rekageld gibt es in zwei Varianten. Zum einen klassisch als bunt bedruckte Noten in verschiedenen Werten. Die Beträge lassen sich 1:1 in Franken umrechnen.

Zum anderen als Karte, mit der man bargeldlos bezahlen kann, ganz wie mit einer Kreditkarte.

Ich benutze nur die Karte, da die Akzeptanz praktisch lückenlos ist.

Man kann auch Rekageld auf das "Konto" einer anderen Person überweisen, dazu unten mehr.



Und hier noch eine Idee aus der Kategorie "Krankhafter Geiz":

Es gibt immer wieder Arbeitskollegen, denen der Umgang mit Rekageld zu mühsam ist, die nicht daran denken, es einzufordern oder die die Angebote einfach sowieso nicht nutzen wollen. 

Falls man gut mit ihnen steht, kann man sie aber vielleicht überzeugen, die Ansprüche abzutreten. Man zahlt dann für die Kollegin oder den Kollegen den Eigenanteil auf dessen Rekakonto, kassiert den Zustupf und lässt sich dann den vollen Betrag auf sein eigenes Rekakonto überweisen. Das macht man beispielsweise mit 10 Kollegen. Der Bruttogewinn beträgt hier maximal 6000 Franken, bei angenommener voller Zuzahlung des Arbeitgebers. Dann muss man aber noch das ganze Rekageld zu echtem Geld machen. Eine Anzeige bei Anibis oder in sozialen Medien hilft. Erfahrungsgemäss kann man Rekageld ab 4% Rabatt verkaufen. Mit 5% Rabatt blieben von den 6000 Franken immer noch 4800 Franken Gewinn (es wird ja der volle Betrag von 30000 verkauft). Vom Gewinn sollte man dann tunlichst die Kollegen noch fein zum Essen einladen 😊.

 

Wie man das aber seinem Arbeitgeber erklärt, ist eine andere Geschichte...

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