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I+I Erste Erfahrungen mit dem Zak-Konto der Bank Cler

Mittlerweile habe ich schon etwas Bekanntschaft mit dem App-basierten Konto "ZAK" der Bank Cler gemacht, erste Geschäfte damit getätigt und Maestro- und Kreditkarte erhalten. Nach der ganz und gar online mit Video-Ident-Verfahren erfolgten Anmeldung dauerte es ein paar Tage, bis ich das OK für die Kontoeröffnung erhielt. Wenige Tage später kamen sowohl die Karten und zugehörigen Pin-Codes (natürlich änderbar) als auch das Willkommensgeschenk von 50 Franken. Kurz danach habe ich meine Partnerin empfohlen und wir beide erhielten dafür je weitere 50 Franken. Das Konto ist im Grossen und Ganzen kostenlos, natürlich finden sich mehr oder minder versteckte Elemente, die bezahlt werden müssen. Dazu später mehr. Mein Kreditlimit bei der enthaltenen Mastercard beträgt derzeit magere 1000 Franken, aber das kann sich ja irgendwann ändern.

 

Hintergrund und Marketingüberlegungen zu Zak

Eine tiefergehende unabhängige Analyse zum Kontomodell Zak ist von Prof. Andreas Dietrich an der Hochschule Luzern erschienen. Er spricht von der "ersten Schweizer Mobilen Bank". Mit einer neuen Positionierung soll Zak vor allem bei jüngeren Kunden wachsen, insbesondere bei Berufseinsteigern als Hauptzielgruppe. Die App ist sehr einfach und übersichtlich gehalten, die Funktionalität soll aber noch ausgebaut werden. Herausragend ist die einfache Integration von virtuellen Unterkonten - genannt Töpfe - , die einfach erstellt und mit Beträgen gefüllt oder angespart werden können. Zahlungen an andere Zak-User werden in wenigen Sekunden bis Minuten durchgeführt, für andere Überweisungen sind die üblichen Wege gangbar, inclusive scannen eines Einzahlungsscheins. Auszahlungen sind nur an Cler-Automaten im Inland kostenlos. Mit einem gebührenpflichtigen Kontomodell sind die Auszahlungen überall kostenlos - ein faires Modell, denke ich. Insgesamt bietet sich die App auf mehreren Feldern für Ausbauten an, die der Bank auch zusätzliche Einnahmen generieren können.

Laut Prof. Dietrich ist es derzeit noch schwierig, mit mobilen Kontomodellen Hauptbankbeziehungen zu gewinnen. So sind auch meine Partnerin und ich derzeit noch bei einer Filialbank und nutzen Zak nur für erste Gehversuche. Langfristig kann sich dies aber im Laufe der Zeit durchaus zu einem wichtigeren Konto entwickeln. Das attraktive Kundenwerbungsprogramm mit Barprämien sowohl für Vertragspartner als auch für Empfehler sollte für eine erste Welle von Neukunden gesorgt haben.

 

Auffallende Gestaltung der Filialen

Die Bank Cler hat namhafte Mittel für die Umgestaltung der Filialen aufgewendet, die nun eher einem modernen Coworking-Space im Ikea-Design ähneln als einer herkömmlichen Schalterbank. 

 

Was fehlt noch bei Clers Zak

  • Gemeinschaftskonten
  • Konten für Jugendliche unter 18 - z.B. ohne Kreditkarte
  • Bezahlfunktionen wie Apple Pay, Twint u.a.
  • Weitergehende Bankingfunktionen wie Aktienhandel, dritte Säule, Devisen etc.

Pluspunkte, die mir aufgefallen sind

  • Einfache Anmeldung online ohne Besuch einer Filiale und bürokratischen Papierkrieg. Vielen Dank!
  • Es gibt aber trotzdem noch Ansprechpartner in einer schicken Filiale. Ich weiss zwar noch nicht wofür, aber es ist doch beruhigend ;-)
  • "Töpfe" in der App zur Verwaltung von Sparzielen, Unterscheidung von Einnahmequellen etc.
  • "Revolutionäre Preisstrategie", wie Prof. Dietrich geruht zu schreiben. Aber ja, ist so.
  • Freundliche Ansprechpartner an der Hotline (hatte anfangs Probleme mit der Verknüpfung zu PayPal).

Meine Hauptkritikpunkte

  • Eine Sperrung der Maestrokarte ist derzeit nur telefonisch möglich, nicht in der App. Ein Unding, denn die Sperrung kostet unfaire 50 Franken. Inwieweit man dies bei der Kreditkarte (Sperrkosten 10 Franken) mit der App des Kartenanbieters erledigen kann, erschliesst sich mir noch nicht ganz.
    Leider machen dies andere Anbieter in der Schweiz ebenso. Das Ausland ist mit wesentlich geringeren Gebühren oder gar gratis der Schweiz mal wieder weit voraus. Man stelle sich vor, man verlegt die Karte unglücklich, meldet sie verloren und findet sie Stunden später wieder. Extrem ärgerlich.
  • Eine Ersatzkarte kostet dann noch weitere 20 Franken. Auch ärgerlich, aber nicht mehr komplett unfair.
  • Zahlungsaufträge sind auf 5000 Franken pro Tag/10000 pro Woche beschränkt. Warum das so ist, erschliesst sich mir nicht - entsprechende positive Guthaben beim Kunden vorausgesetzt. Somit könnte ich weder die Jahreskrankenversicherung der Familie, noch die Jahressteuerrechnung, noch eine alle Jubeljahre mal anfallende Handwerkerrechnung bezahlen. Für Berufsanfänger mag es erstmal angehen, aber wenn man sich einen Kleinwagen für die tägliche Fahrt zur Arbeit zulegen will, wird es schon eng...

Noch etwas: nach Erhalt der Kreditkarte in deren eigenen App den Versand der Abrechnungen besser auf Email umstellen, ansonsten fallen Kosten für den Postversand an!

 

Fazit

Zak hat einige vielversprechende Ansätze, mir gefällt der gesamtheitliche Auftritt durchaus, insbesondere was das Zusammenspiel von neuem Namen, schicken Filialen und moderner App angeht. Zak hebt sich (noch) deutlich von konkurrierenden Angeboten ab. Ausbaufähig ist Zak natürlich weiterhin und ein paar Gemeinheiten sind leider auch versteckt. Derzeit möchte ich es noch als Zweitkonto betreiben, vor allem wegen der Zahlungseinschränkungen ist mir das auch zu raten. Alles in allem, eine neutrale, interessierte Bewertung...

 

Empfehlungscode

Wer nun Interesse an Zak hat, kann gerne bei mir mit dem Kontaktformular oder unter dreigroschenblogger(@)gmail.com einen Empfehlungscode anfordern. Wir erhalten dann beide je 50 Franken - also ich als Empfehler und Du als Neukunde.

Und wer es mir nicht gönnt, der kann ja meine Partnerin als Empfänger nennen, sie hat auch ein Konto, von dem aus sie empfehlen kann ;-)

Wir brauchen auf jeden Fall vor der Anmeldeprozedur eine Mobiltelefonnummer für den Versand des Empfehlungscodes, damit alles klappt. Und nur solange Cler da auch mitmacht!

 

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